„Auf geht’s!“ Das dachten sich zumindest Simeon, Rudi, Hannes und Niklas auf dem Weg nach Elmshorn. Das Ziel war klar: Bei der Bezirksmannschaftsschnellschachmeisterschaft endlich einmal nicht den dritten Platz zu belegen. Im Training zuvor hatten wir uns noch einmal eingespielt und fühlten uns bestens vorbereitet.
Als wir am Abend das Haus der Begegnung erreichten, stellten wir jedoch fest, dass diesmal lediglich fünf Mannschaften – inklusive uns – am Start waren. Damit waren wir unserem Ziel zumindest statistisch schon etwas näher als in den vergangenen Jahren.

Sportlich erwischten wir einen Auftakt nach Maß. In der ersten Runde gelang gegen den Titelverteidiger aus Hademarschen ein überzeugender 4:0-Erfolg. Niemand ließ etwas liegen. Besonders Hannes brachte mit seiner allseits beliebten Stonewall-Eröffnung die Stellung seines Gegners regelrecht zumauern und legte damit den Grundstein für den deutlichen Mannschaftssieg.
In der zweiten Runde wartete mit Elmshorn einer der Favoriten des Turniers. Hier mussten wir uns geschlagen geben. Niklas steuerte immerhin einen halben Punkt bei, während Rudi in einer außergewöhnlichen Partie lange versuchte, mit Dame gegen Springer den vollen Punkt zu erzwingen. Nach einem zähen Kampf und dem Ablauf der 50-Züge-Regel endete die Begegnung jedoch remis.
Aller guten Dinge sind zwei, sagt man bekanntlich. Gegen Elmshorn II gelang uns anschließend ein weiterer Mannschaftssieg. Auch wenn das 2,5:1,5 knapper ausfiel als erhofft, brachte es wichtige Mannschaftspunkte und festigte unsere Position im oberen Tabellenbereich.

Die letzte Runde gegen die Schachfreunde Burg hatte für uns selbst keine entscheidende Bedeutung mehr, wohl aber für den weiteren Turnierverlauf. Mit einem Sieg hätte Burg noch die Chance auf den Turniersieg. Wir stemmten uns nach Kräften dagegen, mussten uns am Ende jedoch knapp mit 1,5:2,5 geschlagen geben. Damit kam es tatsächlich zum kuriosen Fall, dass Burg und Elmshorn punkt- und brettpunktgleich an der Spitze lagen und ein Blitzstichkampf über den Turniersieg entscheiden musste.
Dort setzte sich schließlich der Elmshorner SC durch und sicherte sich den Titel des Bezirksmannschaftsschnellschachmeisters 2026. Herzlichen Glückwunsch an die Gastgeber.
Für die Schachfreunde Wilstermarsch & Itzehoe blieb am Ende erneut der dritte Platz. Zwar hatten wir uns insgeheim mehr erhofft, insgesamt können wir mit unserer Leistung aber zufrieden sein. Mit Siegen gegen Hademarschen und Elmshorn II sowie engagierten Auftritten gegen die beiden Spitzenteams haben wir gezeigt, dass wir weiterhin zu den stärkeren Mannschaften des Bezirks gehören.

Trotz der spannenden Wettkämpfe bleibt jedoch ein Wermutstropfen: Eine Bezirksmeisterschaft mit lediglich fünf Mannschaften kann eigentlich niemanden zufriedenstellen. Das Turnier hatte früher deutlich mehr Zuspruch und war über viele Jahre ein fester Bestandteil des Bezirksschachs. Umso bedauerlicher ist die aktuelle Entwicklung.

Ein möglicher Grund dafür könnte die Kommunikation rund um die Veranstaltung sein. Die Ausschreibung war nach unserem Eindruck lediglich auf der Verbands- beziehungsweise Bezirksseite zu finden. Eine direkte Information der Vereine per E-Mail erfolgte nicht. Hinzu kam, dass die ursprünglich vorgesehenen Termine für Einzel- und Mannschaftsmeisterschaft kurzfristig getauscht wurden, was die Planung für Vereine und Spieler zusätzlich erschwerte.

Dabei hat das Turnier einmal mehr gezeigt, dass der sportliche Reiz weiterhin vorhanden ist. Vielleicht wäre es sinnvoll, künftig wieder stärker auf die Vereine zuzugehen, frühzeitig und aktiv für die Veranstaltung zu werben sowie über Termin und Uhrzeit nachzudenken. Mit etwas mehr Unterstützung und Werbung von Bezirksseite ließe sich dieses traditionsreiche Turnier sicherlich wieder beleben.
Wir werden jedenfalls auch im kommenden Jahr wieder dabei sein – und erneut versuchen, den dritten Platz hinter uns zu lassen.