Kurze Anreise, klare Verhältnisse – 6:2 gegen Itzehoe II

Gut drei Stunden dauerte das Auswärtsspiel gegen Itzehoe II – wobei „Auswärtsspiel“ fast schon übertrieben ist. Die Anreise von Itzehoe nach Itzehoe war rekordverdächtig kurz. Als Schachfreunde Wilstermarsch & Itzehoe mit Vereinssitz in Itzehoe war es gewissermaßen ein Derby mit klar verteilten Rollen.

Im Vorbericht von Itzehoer SV war von einem bevorstehenden „Gemetzel“ die Rede. Nun ja – wir finden: Solche Wortwahl gehört vielleicht in andere Sportarten, aber sicher nicht ans Schachbrett. Außerdem zeigte sich schnell, dass hier niemand „metzelt“, sondern sauber Schach spielt.

Jung gegen Erfahren

Hannes war mit 23 Jahren tatsächlich der „Opa“ der Mannschaft. Seine Rasselbande aus sieben motivierten Jugendlichen brachte es gemeinsam mit ihm auf einen Altersdurchschnitt von gerade einmal 16,75 Jahren. Auf der anderen Seite warteten die erfahrenen, gesetzten Haudegen der zweiten Mannschaft unseres Nachbarvereins des Itzehoer SV – definitiv mit Vorteilen an Lebens- und Spielpraxis.

Vielleicht rührte daher auch die optimistische Kampfansage. Ein Blick auf die Zahlen sprach allerdings eine andere Sprache: Rund 200 DWZ-Punkte mehr im Schnitt sowie acht Punkte Vorsprung in der Tabelle machten uns klar zum Favoriten. Für uns war es eine Pflichtaufgabe auf dem Weg zum angestrebten Aufstieg in die Verbandsliga.

Starker Start bringt frühe Ruhe

Philipp leitete den erfolgreichen Abend ein, als er einen gefesselten Springer kurzerhand mit dem Bauern attackierte. Die Mehrfigur ließ er sich nicht mehr nehmen – Aufgabe des Gegners.

Junis kämpfte im Bauernendspiel, doch mehr als ein Remis war objektiv nicht drin. Kurz darauf schob Julia – gerade einmal anderthalb Stunden nach Spielbeginn – ihren Bauern bis auf die gegnerische Grundreihe. Auch hier: Aufgabe. Besonders erfreulich für Björn, denn am Samstag ruft die Schachbundesliga in Bremen – gemeinsam mit Julia und Junis ging es direkt los nach Bremen. 

Souverän verwaltet

Mit dem guten Start im Rücken musste der Rest von Hannes’ Nachwuchstruppe „nur“ noch verwalten. Simeon stand mit Qualität und zwei Mehrbauern klar besser und tauschte konsequent alles ab, um jede Schummelchance im Keim zu ersticken.

Hannes selbst kam in ausgeglichener Stellung nicht über ein Remis hinaus. Rudi verteidigte sich lange zäh und sicherte ebenfalls ein Remis. Niklas holte mit einem Bauern weniger gegen einen ebenbürtigen Gegner ein solides Unentschieden – absolut in Ordnung.

Max setzte schließlich den Schlusspunkt: Zwei gefährliche Freibauern näherten sich unaufhaltsam der Grundreihe. Dem Druck hielt sein Gegner nicht stand. Der Sieg bedeutete das insgesamt ungefährdete 6:2 für uns.

Spannung bleibt

Auch Quickborn gewann seine Begegnung. Damit trennt uns aktuell lediglich ein halber Brettpunkt. In zwei Runden kommt es zum direkten Duell um den Aufstieg – dann dürfte sich entscheiden, wer den Weg in die Verbandsliga antreten darf. 

Und keine Sorge:

Auch dort wird Schach gespielt. Kein Gemetzel. ♟️