Am Wochenende hieß es für Julia und mich: Koffer packen und auf den Weg nach Hannover machen. Unser Ziel war der Schiedsrichterlehrgang des Niedersächsischen Schachverbandes (NSV), um unsere Regelkenntnisse für den Verein auf den neuesten Stand zu bringen.
Die Anreise mit der Bahn verlief zwar nicht ganz reibungslos und hätte definitiv besser sein können, aber als wir erst einmal am Ziel waren, entschädigte uns das Wetter. Hannover begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und dem heißesten Sommerwetter, das die Stadt zu bieten hatte.

Volles Programm ab der ersten Minute
Langes Verschnaufen gab es allerdings nicht, denn das Programm war straff organisiert. Am Freitag ging es direkt nach der Ankunft mit den FIDE-Regeln los. Unterbrochen nur von einer kurzen, 45-minütigen Abendessen-Pause hielten uns die Referenten bis circa 21:00 Uhr auf Trab. Wir hörten aufmerksam zu und erörterten gemeinsam in der Gruppe zahlreiche knifflige Regelfälle, die uns auch in der Praxis an den Vereinsbrettern jederzeit begegnen können.

Nach diesem intensiven Auftakt waren wir mehr als froh über unsere Unterkunft: Die Zimmer in der Akademie des Sports waren zum Glück angenehm kühl, sodass wir nach dem heißen Tag perfekt abkühlen und Kraft tanken konnten.
Intensiver Samstag und Prüfungsstress
Am Samstag ging es um Punkt 9:00 Uhr nahtlos weiter. Bis zum Mittag arbeiteten wir uns durch den Rest des FIDE-Regelwerks. Nach der Mittagspause stand direkt der nächste Block an: Turnierorganisation, Anti-Cheating-Maßnahmen, Turnierordnung sowie Protest- und Verfahrensfragen. Trotz des weiterhin heißen Wetters zogen alle gut mit, sodass wir die anschließende Fragestunde sogar noch vor das Abendessen verlegen konnten.
Nach einer schnellen Stärkung beim Abendbrot stieg die Nervosität, denn die schriftliche Prüfung stand auf dem Plan. Für mich war es ein sehr ungewohnter Umstand, nach all den Jahren mal wieder eine Prüfung schreiben zu müssen – ich hatte ehrlicherweise ziemlich Respekt davor. Gegen 20:00 Uhr hatten wir es dann aber geschafft. Während wir den Abend entspannt beim WM-Fußballspiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste ausklingen lassen konnten, hielt sich das Glück für unsere beiden Ausbilder in Grenzen: Sie mussten die Arbeiten noch in der Nacht korrigieren.
Glänzende Ergebnisse und eine verspätete Heimkehr

Der Sonntag startete mit einer praktischen Einweisung in die gängigen elektronischen Schachuhren. Direkt danach folgte der spannendste Moment: die Bekanntgabe und Auswertung der Prüfungsergebnisse. Wir vom SFWI haben uns dabei von unserer besten Seite gezeigt! Unter den 16 Teilnehmenden sicherte sich Julia das drittbeste Ergebnis des gesamten Kurses, und ich landete auf dem fünften Platz.
Nach dem Mittagessen folgte nur noch die mündliche Prüfung, womit der Lehrgang offiziell beendet war. Danach ging es wieder auf den Rückweg nach Itzehoe. Der Bahn war das Wochenende aber wohl auch etwas zu warm: Auf der Heimfahrt wurde wieder ordentlich Verspätung gesammelt.
Ein ganz großer Dank geht an unsere beiden Ausbildungsschiedsrichter Dirk Rütemann und Stefan Ewert für ein zwar anstrengendes, aber absolut gelungenes Wochenende und eine tolle Schiedsrichterausbildung!

Bericht von Matthias